Autorenwoche: Interview mit F.Göbke

12239881_1639192386335922_726946782943065748_nLiebe Franziska,
mit Freuden lese ich deine Bücher, und als du mich nach einer Blogtour gefragt hast, war ich natürlich sofort hellauf begeistert. Deswegen Danke schon mal im Voraus, für diese Möglichkeit, und danke für dieses Interview.

Wie bist du zum Schreiben gekommen?
– Angefangen hat es mit 13/14 Jahren. Es hat mir schon in der Schule sehr viel Spaß gemacht kleine Geschichten zu schreiben. Nachdem mich dann eine gewisse Person ermutigt hatte es einfach zu probieren, da hab ich angefangen. Zugegeben, die Ersten (wirklich die allerersten) Geschichten liegen heute noch auf meinem PC.

Wirst du deine allerersten Geschichten auch der Öffentlichkeit mal zeigen? Oder bleiben die unter Verschluss?
– Es wird im neuen Jahr eine alte Geschichte geben, die ich im Laufe des Jahres überarbeiten werde.

Hast du als Kind schon gerne gelesen? Oder Geschichten geschrieben?
– Gelesen habe ich schon immer gerne.
Geschrieben habe ich genauso gern. Anfangs bezog sich das aber mehr auf die Schule. Kurze Inhaltsangaben oder eigene Interpretationen von Büchern, die wir lesen mussten.

Welche Bücher aus deiner Kindheit sind dir in Erinnerung geblieben? Haben sie dein Leben als Autorin beeinflusst?
– Angefangen habe ich damals mit Kabale und Liebe, seitdem war meine Leidenschaft geweckt. Es wurden immer mehr Bücher. Darunter auch Karl May oder die Bücher von Herr der Ringe.
Beeinflusst hat mich aber keines der Bücher.

Hast du schon immer im Harz gewohnt, daher die Liebe zu Wernigerode, dem Brocken und dem blauen See?
– Nein. Ich bin in einem kleinen Ort in der Nähe von Aschersleben aufgewachsen. Mit 17 bin ich dann nach Berlin gezogen und habe dort knapp 6 Jahre verbracht, bis ich wieder zurück in die alte Heimat bin.
Allerdings war ich schon mein ganzes Leben lang mit dem Harz verbunden. Die beste Freundin meiner Mutter lebt dort und wir sind öfter zu Besuch gewesen. Auch meine Zeit als FSJ´ler habe ich im Harz verbracht.
Dass ich schließlich hierher gezogen bin, lag ganz allein an meinem Partner. Er ist in Wernigerode aufgewachsen und hat Jahre lang versucht, meine Liebe für den Harz wieder zu wecken. Und was soll ich sagen, er hat es geschafft.

Die Romane deiner Harzreihe sind keine bloßen „Bumsbücher“, sondern behandeln auch das Thema der häuslichen Gewalt. Wie bist du darauf gekommen, gerade dieses Thema sehr intensiv und brutal zu behandeln? Hoffst du dadurch vielleicht auch ein paar Leben zu retten, Frauen den Mut zu geben endlich zu handeln?
– Über die „Bumsbücher“ muss ich echt ein wenig schmunzeln. 😉
Die Harz-Reihe ist ein sehr persönliches Projekt, in das ich sehr viel Herzblut, Vergangenheit, Zukunft und Gefühle investiert habe. Mir kam nie in den Sinn Romane zu schreiben, die aus reiner Fiktion bestehen. Das wahre Leben sollte immer einen Platz in meinen Büchern haben.
Häusliche Gewalt ist ein ernstes Thema, mit dem ich schon öfter kollidieren musste. Nicht immer persönlich. Aber das greift zu sehr ins persönliche.
Ich wollte den Frauen und auch Männern (ja es gibt auch häusliche Gewalt an Männern) zeigen, dass sich niemand verstecken darf. Dass man kämpfen muss und das es wichtig ist, sein Leben wieder in die Hand zu nehmen. Ein Täter hat diesen Menschen schon Jahre ihres Lebens genommen, ihre Persönlichkeit und die Hoffnung. Eine Therapie ist das eine, ein neues Leben das andere.
Es gibt für mich nichts schöneres, als die Liebe und das Vertrauen mit einer anderen Person neu zu entdecken. Sich selbst wieder zu finden und das Geschehene hinter sich zu lassen. Das kann ich aus eigener Erfahrung sehr gut beurteilen. Ich werde nie vergessen können, es wird immer ein Teil meines Lebens und meiner Geschichte bleiben, aber ich habe ein neues Kapitel geöffnet, in dem ich es anders machen kann.
Ich bin sehr glücklich, dass ich Raoul in „Am blauen See“ erschaffen habe. Dieser Mann ist für mich eine sehr große Stütze beim Schreiben gewesen. Er hat sich so entwickelt, wie Helen es brauchte und das, ohne über irgendwelche „Zauberkünste“ zu verfügen. Raoul ist so richtig schön „Normal“.
Um aber das Thema Sex noch einmal aufzugreifen. Viele haben natürlich ihre Zweifel darüber geäußert, warum ein Roman erotisch sein muss.
Klare Antwort: In der heutigen Zeit gehört Sex zu 50% in eine Beziehung. Die Mischung aus Liebe, Vertrauen und Erotik gehört für mich einfach zum dazu. Ohne diese 3 Zutaten funktioniert es nicht.

Deine männlichen Charaktere sind alle 1,90 oder 2m groß. Hat das einen Grund? Was ist falsch an durchschnittlich großen Männern? 😀
– Eine sehr schöne Frage. 🙂 . Tatsächlich liegt es an meiner persönlichen Erfahrung und ein wenig an den Büchern, die ich lese 😉 . Vielleicht auch daran, dass große Männer für mich Sicherheit ausstrahlen. Keine Ahnung, warum, aber es kam mir nie ein Mann ins Haus, der kleiner war. Auch mein jetziger Partner ist knapp 2m groß. I love it 😉
Das heißt aber nicht, dass ich kleinere Männer deswegen nicht mag.

Wie viel steckt von dir in deinen weiblichen Protagonisten?
– Sehr viel fürchte ich. 😉 Das bezieht sich aber meist auf gewisse Charaktereigenschaften.
Helen zum Beispiel hat sehr viel davon abbekommen. Oft musste ich lachen, wenn ich eine Szene geschrieben habe und so dachte „Ohja…. das bist du noch einmal“

Welche Hilfsmittel nutzt du beim Schreiben? Kaffee oder Tee? Musik? Schokolade? Was ist dein Energiebringer?
– Meistens trinke ich Kaffee…. zu viel führt nur leider meistens dazu, dass ich völlig hibbelig bin und ich dann erst einmal meine Hausarbeit machen muss, um mich ein wenig auszupowern.
Ansonsten stehe ich total auf die kleinen Grün-Ohr-Hasen (ohne jetzt Werbung zu machen)

Hast du auch Schreibblockaden? Wie umgehst du sie oder bekämpfst du sie?
– Jain. Ich lebe meine Geschichten sehr intensiv. Das heißt, ich tauche darin völlig ab. Gleiche mein denken und fühlen als Autorin komplett an meine Geschichte an. Dafür gönne ich mir hin und wieder aber auch längere Pausen, wo ich einfach nur Mama und Partnerin bin.
Wenn ich wirklich mal nicht weiter komme, nehme ich mein Telefon in die Hand und rufe meinen besten Freund an. Er kennt mich seit über 15 Jahren und weiß genau, wie ich ticke. Meist reicht ein Wort von ihm aus und ich kann völlig entspannt weiter schreiben.

Belohnst du dich selbst, wenn du ein Buch beendet oder veröffentlicht hast?
– Nein, bis jetzt habe ich das noch nicht gemacht. Ich gönne mir lediglich zwischendurch ein paar Pausen. Jetzt wo das Wetter besser ist freue ich mich, dass ich wieder etwas mehr draußen machen kann. Zum Beispiel ein paar Bahnen im Pool ziehen. Oder einfach nur in der Sonne liegen und mal nichts tun.

Du bist Selfpublisher. Hast du deine Manuskripte schon mal an Verlage geschickt, oder war für dich von Anfang an klar, dass du das selbst machen willst?
– Eine ähnliche Frage habe ich mal in einer Release-Party gestellt bekommen. Ich will mich mal so ausdrücken: Es gibt gute Erfahrungswerte, warum ich lieber für mich alleine stehe. Ein Verlag würde für mich nicht infrage kommen.

Welche Vorteile siehst du für dich als Selfpublisherin?
– Als Vorteil sehe ich ganz klar, dass ich selbst entscheiden kann über das Wie, was und wann! Von der Geschichte, über die Buchcover und die kleinen Give-Aways kann ich sagen: Das habe ich gemacht und bin da sehr stolz drauf.

Und welche Nachteile?
– Als Nachteil sehe ich, dass es schwer ist, für einen SP Beachtung zu bekommen. Viele denken immer noch, dass die Arbeit als SP schlechter ist im Vergleich zum Verlag. Wo wir beim nächsten Punkt wären, dass Korrektorat und auch das Lektorat. Die Kosten für einen SP sind verdammt hoch.

Wie bist du in Ferocement auf das Thema des Auftragskillers gekommen?
– Lach, erwischt.
In diesem Punkt habe ich sehr viel mit meiner Protagonistin Julie gemeinsam. Als ich nach 6 Jahren zurückgekehrt bin, blühte mir das gleiche wie ihr. Ich war eine Fremde und das habe ich die letzten Jahre deutlich gespürt. Mein Autoreifen wurde zerstochen, meine Kinder angegriffen, es gab Streit, unzählige Beschwerden beim Vermieter und so weiter.
Als ich mit meiner Lektorin telefoniert habe, meinte sie zu mir : „Die Leute wissen genau was du geschrieben hast, gerade wenn es um Erotik oder Krimi geht.“ Aus Spaß habe ich ihr geantwortet, dass ich mich gerne für die Jahre bedanken würde. Naja, aus quatsch (so nenne ich es jetzt mal) ist dann die Grundidee zu Férocement entstanden. Die Geschichte baute sich aber erst nach und nach auf.
Und nein, meine ehemaligen Nachbarn leben alle noch! 😉

Wie viel steckt von dir in Julie? Bist du auch so ein Kopfmensch?
– Manchmal schon. Das bezieht sich dann aber eher auf „ernste Themen“. Ansonsten bin ich da recht locker geworden.

Wie bist du auf die Namen deiner anderen Persönlichkeiten als Autorin gekommen, also Ani Briska und True Lies?
– Ani Briska ist das Ergebnis einer Freundin, die einfach ein wenig mit meinem Namen gebastelt hat und das Pseudonym hat mir sofort zugesagt.
True Lies sollte einen Jugendlichen touch haben, verspielt klingen.

Zum Schluss hätte ich gerne noch eine Vorschau, was du noch so planst 😀 Natürlich nur soweit du es verraten möchtest 😀
– Im Juli folgt der erste Teil der Heaven and Hell Reihe. Insgesamt werden es drei. Die Bücher können aber unabhängig voneinander gelesen werden und haben nichts miteinander zu tun.
Ein Weihnachtsroman ist geplant, der auch unter meinem normalen Namen erscheint.
Auch Ani Briska hat bereits zwei weitere Bücher geplant.
True Lies wird ihr versprechen einhalten und das Jugendbuch veröffentlichen, was Se ihrem Patenkind versprochen hat.

Naja und ich denke, dass es im nächsten Jahr definitiv eine Überraschung geben wird. Zwar hatte ich gesagt, dass keine Bücher erscheinen werden, die versteckt in meiner Schublade liegen, aber nach einem sehr langen Telefonat mit meinem besten Freund, wird sich zu diesen drei Namen noch ein Vierter gesellen. Um welches Genre es sich dabei handelt, werde ich noch nicht verraten 😉 .

Vielen Dank für dieses schöne Interview, ich freue mich schon sehr auf deine anderen Bücher.

Ihr findet Franziska Göbke im Internet, und auf Facebook: Franziska Göbkeund Ani Briska.

Morgen, Freitag, startet das Gewinnspiel!

Speichere in deinen Favoriten diesen Permalink.

7 Responses to Autorenwoche: Interview mit F.Göbke

  1. Über die „Bumsbücher“ muss ich immer noch schmunzeln 😀

  2. Sabrina Bolte sagt:

    Guten morgen ihr zwei,
    super tolles Interview.
    Oh ja, da musste ich auch schmunzeln
    Bin schon sehr auf weitere Bücher gespannt.
    Lg Sabrina

  3. Stefanie Aden sagt:

    Hallo ihr lieben,
    Super tolles Interview. Mir hat er sehr gut gefallen und ich freue mich auf alles was noch kommen wird

    Lg Stefanie

  4. Ines W. sagt:

    Na toll… Nun ist mein Kommentar nicht angekommen… Ich hatte wahrscheinlich nicht bis zum Ende durch gedrückt…

    Dann noch einmal…

    Danke für dieses tolle Interview! Ich habe dadurch Einblick in sehr viel über die Autorin erfahren dürfen.

    Vielen Dank dafür.

    LG Ines.

  5. Stefanie Strobel sagt:

    Danke für das tolle Interview.
    Ich finde es immer toll mehr über die Autoren zu erfahren.
    Liebe Grüße
    Stefanie

  6. Armin Schumacher sagt:

    Guten Tag,
    Das war ein tolles Interwiew.Ich finde den Anteil von Erotik,Leidenschaft,Liebe,Vertrauen
    und ergänzende Elemente optimal.
    Liebe Grüße
    Armin

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.