Bin ich süchtig?

Eine Sucht oder auch Abhängigkeit ist laut Wikipedia „das unabweisbare Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand. Diesem Verlangen werden die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Es beeinträchtigt die freie Entfaltung einer Persönlichkeit und zerstört die sozialen Bindungen […] des Individuums.“

Das Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand? Ja, ganz klar. Euphorie eines neu gekauften Buches, einer Neuerscheinung, das ewige Warten auf ein Buch, dass schon ewig auf der Wunschliste steht, die natürlich alles Vernünftige sprengt.

Das Verlangen wird dem Verstand übergeordnet? Definitiv. Der Stapel ungelesener Bücher mutiert zu einem Regal, oder schon zu zweien, die Wunschliste ist viel zu lang, von der Leseliste mal ganz abgesehen. Der eReader ist voll mit eBooks und trotzdem, ja trotz allem, muss dieses eine Buch gekauft werden, natürlich bei Arvelle, dein Freund und Helfer, und trotz allem kann man an keinem Bücherladen vorbei gehen, keinen Flohmarkt unbesucht lassen, und nicht aufhören nach günstigen Büchern im Internet zu stöbern.

Aber ich verbitte mir die Behauptung, dass jede Sucht die sozialen Bindungen eines einzelnen zerstört. Meine Büchersucht verhilft mir nicht nur zu mehr Deko im Haus, denn wer Bücher hat, braucht keine Deko, oder zu mehr Arbeit für meinen Mann, der mir meine Bücherregale alle selber baut, sie verhilft mir auch zu sozialen Kontakten. Nur durch meine Büchersucht hab ich meine Seelenschwester aus der Bücherstöberecke gefunden, durch Bücher hat man immer Gesprächsthemen, egal ob in der Bahn, zu Besuch bei der Familie oder auf Parties. Natürlich begleitet mich auch auf Parties ein Buch, wie soll man sonst ins Gespräch darüber kommen?

Und bitte, beeinträchtigen Bücher meine freie Entfaltung? Ganz im Gegenteil! Im Bücherkaufrausch finde ich mich selbst, bin zufrieden, glücklich, aufgeregt und nur durch meine Büchersucht weiß ich auch endlich, mit meinen 27 Jahren, was ich beruflich eigentlich machen möchte. Durch meine Büchersucht weiß ich, dass ich zu mir selbst stehen muss und darf und kann, so wie meine Helden.
Ich weiß, dass dunkler und trockener Humor nicht immer einfach ist, aber durchaus auch verstanden werden kann (Danke, Skulduggery Pleasant). 20150518_194714
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Ich weiß auch, dass es für jeden ein Happy End gibt, ob man nun ins Bild passt oder nicht (Danke, Lee und Felicity).

Und das aller wichtigste, ich weiß, dass ich nicht allein bin. Ich weiß, dass es viele gibt, die auch so denken wie ich, die die selben Helden haben, die selben Bücher lieben, genauso verrückt nach Büchern sind, wie ich. Ganz egal, wie voll mein Regal ist, solange es einen Flecken Wand ohne Buch gibt, sind es einfach nicht genug. Dies ist ein dickes fettest Dankeschön an meinen Mann, der meine Sucht tatkräftig unterstützt und meinen Büchern ein neues, schönes Zuhause baut, an Ronja, für die vielen Buchempfehlungen und an Arvelle für günstige Bücher.

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