Kill Fear von A.Briska

Titel: Kill Fear
Autor: Ani Briska
eBook/ Taschenbuch

„Wenn es exzessiven Sex beziehungsweise Lust gab, dann hatte ich sie soeben kennengelernt.“ (S.27)

Avery hat ein düsteres Geheimnis. Albträume quälen sie, und nur ihre Beretta und der Gedanke an ihre Rache verschaffen ihr Linderung. 22 Männer stehen auf ihrer Liste, und sie hat vor sie alle umzubringen. Ihr Bruder Nolan hilft ihr dabei. Bis sie in einem Club auf Dean trifft. Und später beim Joggen, und ihm verspricht, wenn sie sich zufällig nochmal treffen, bekommt er ihre Nummer. Tief in ihrem Herzen hofft sie darauf, Dean wieder zu treffen. Doch eigentlich lenkt er sie von ihrer Rache ab. Und die ist ihr wichtiger als alles andere.

Dieses Buch ist nichts für schwache Nerven. Genau wie Find your Way. Diese beiden Bücher haben eines gemeinsam: Kindesmissbrauch ist ein großes Thema. Und sehr schwierig. Die Autorin schafft es, dieses Thema genauso schlimm darzustellen, wie es ist, und trotzdem ein Happy End zu finden.
Avery ist ein aufregender Charakter. Ihre Vergangenheit hat sie nicht zerstört, so wie Hailey aus Find your Way. Stattdessen hat sie sich gestählt, und ist auf ihrem ganz eigenen Rachefeldzug.
Und Dean ist einfach heiß. Anders kann ich es nicht sagen. Und alles andere würde auch spoilern. Wer also die Bücher von Ani Briska liebt, wird auch dieses lieben. Wer ein einfach Bumsbuch erwartet, wird enttäuscht, denn dieses Buch ist nichts leichtes.

MPS Berlin, oder: Ich mag mich wild und frei.

Anderes Fest, selbes Kleid

17.06.2017 Trabrennbahn Hoppegarten. Parken direkt vor dem Eingang für 3€ geht voll in Ordnung. 30€ Tageskarte an der „Abendkasse“ auch, wenn man bedenkt, wie viele Bands spielen. Meine charmante Begleitung und ich betreten das Gelände und ich bin erst mal total überwältigt. Bisher war ich immer nur beim Hussitenfest in Bernau. Wenn man mal vom Umzug mit der Stadtgeschichte absieht, ist das Fest doch eher übersichtlich. Beim MPS habe ich mehr als einmal die Orientierung verloren. Aber das macht nichts, denn es ist kreisförmig angeordnet. Zu beiden Seiten sind Stände verschiedenster Art. Neben Fressständen finden sich natürlich auch Handwerker und Waffenschmiede, Kleidung und Schmuck, Felle und Leder. Alles, was das Mittelalterherz begehrt. Neben der MPS- und der Festivalbühne gab es auch kleine Orte mit Ritterturnieren, Unplugged-Bands und Gauklern. Also alles in allem ein buntes Treiben.

Ich habe mich dort sehr wohl gefühlt. Neben mittelalterlich gekleideten Menschen gab es auch eine Menge Steampunks, Gothics, und Cosplayer. Also für jeden etwas dabei. Ich bin aus dem Staunen gar nicht raus gekommen.
Auch das Nahrungsangebot war vielseitig. Neben Curry- oder Bratwurst und Pommes, gab es auch Langos, Falafel, Stockbrot, Crepes, Fleischpfannen und -spieße und und und. Getränke gab es auch viele, vor allem Met und Wein, aber das ist eher nicht so meins. Ich bin der klassische Wassertrinker.

Nun zu den Bands. Wir haben einer Band zugeguckt, die auf der Wiese gespielt hat, und sie hatten echt viel Spaß. Es hat richtig Spaß gemacht ihnen dabei zuzugucken. Leider weiß ich nicht mehr, wie sie heißt. Aber ich liebe Dudelsäcke *.*
Als nächstes haben wir uns Versengold angeschaut. Ich kannte die Band groß vom Hören, aber meine Begleitung war ganz scharf drauf sie zu sehen. Es hat sich auch echt gelohnt. Die haben Stimmung gemacht, obwohl es noch recht früh am Nachmittag war. Danach haben wir uns was zu Essen geholt, und im Schatten ein wenig die Leute um uns beobachtet. Im Hintergrund haben Saltatio Mortis gespielt, und ich hab immer mitgewippt. Meine charmante Begleitung wollte die nicht unbedingt sehen, aber netterweise sind wir dann doch vor die Bühne. Und ich hatte richtig Spaß. Die Band ist klasse, aber kein Vergleich zu ihrem Nachtkonzert. Dazu später mehr. Jedenfalls taute ich auch so langsam auf und habe mit meiner Begleitung getanzt. Ehrlich, so viel Spaß hatte ich schon sehr lange nicht mehr.
Anschließend sind wir weiter herum gelaufen, haben uns alle Stände angeguckt, und meine Wunschliste ist ins unermessliche gewachsen. Auch die Steampunks wurden hemmungslos von mir angeschmachtet. Leider musste meine Begleitung bald gehen, und seine Ablösung hat es doch nicht nach Hoppegarten geschafft (shame on you an dieser Stelle nochmal).
Aber! Ich wollte unbedingt zwei Bands sehen: Faun und Saltatio Mortis beim Nachtkonzert nochmal, immerhin wurde uns eine Feuershow angekündigt. Also habe ich mir Abendbrot geholt und bin über den Markt zur Festivalbühne geschlendert. Dort stand ich gut gesättigt relativ weit vorn und konnte den Beginn kaum erwarten. Faun kenne ich schon länger, hatte aber bisher nicht die Möglichkeit mal zu einem Konzert zu gehen. Und was soll ich sagen, ich fand sie total klasse. Klar, es gibt kein Pogo, da sie schon eher ruhig sind, aber Spaß hat das Konzert trotzdem gemacht. Und die große Pogerin bin ich ja eh nicht 😉 Faun hat viele Lieder gespielt, die ich kenne, und einige instrumentale Stücke waren auch dabei. Also für mich hat sich das definitiv gelohnt, und es ist auch eine Wiederholung wert.
Danach musste ich mir leider noch ein Crepes holen, um gestärkt zu Saltatio Mortis vor der MPS-Bühne zu tanzen. Bester Crepes aller Zeiten! Und dann fing die Band an, und das Feuer. Mir war warm, und kalt, und kuschlig, und ich habe mitgesungen, getanzt, und hatte ganz viel Spaß. Alleine auf einem Konzert zu sein ist eben doch nicht so schlimm, wie ich dachte. Und allein war ich ja auch gar nicht, denn die Fans haben gute Stimmung gemacht. Und die Band sowieso. Hier auch Wiederholungsbedarf! Und lohnenswert allemal.
Der Heimweg war für mich recht kurz, weil meine Großeltern in Neuenhagen wohnen, und ich auch dort aufgewachsen bin. Und trotzdem war ich das erste mal beim MPS. Manchmal ist das Leben verrückt.

Was ich als Fazit von diesem Samstag sagen kann: Ich brauche definitiv einen eigenen Umhang! Ich brauche mehr Kleider! Mein Abiballkleid rockt auch fast 10 Jahre danach noch total und ich habe viele Komplimente bekommen. Mittelalterfans rocken total. Ich liebe Dudelsäcke! Und Saltatio Mortis. Ich muss lockerer werden. Ich mag mich selbst wild und frei. Meine charmante Begleitung ist die beste Begleitung der Welt! Ich brauche mehr solche Konzerte! Steampunk ist voll mein Ding. Ich muss mich mehr trauen. Ich möchte mehr so sein wie an diesem Samstag. Nächstes Jahr wieder MPS! Sonnenbrand auf den Schultern macht keinen Spaß!

Wart ihr da? Oder wollt ihr vielleicht mal hin? Oder wart ihr beim MPS in einer anderen Stadt? Erzählt mir alles!

Den Mund voll ungesagter Dinge von A.Freytag

Titel: Den Mund voll ungesagter Dinge
Autor: Anne Freytag
Verlag: Heyne fliegt
Taschenbuch

„Und weil sie keine Angst davor hat, sie selbst zu sein – etwas, wovor ich mich seit jeher zu Tode fürchte. Bei Alex sieht es so einfach aus. So, als wäre ihre Haut das einzige Zuhause, das sie braucht.“ (S.160)

Sophie wird aus ihrem Leben in Hamburg gerissen, und muss in München ein neues finden. Mit ihrem Papa streitet sie nur noch, und seine Freundin macht das alles nicht besser. Doch dann lernt sie Alex von neben an kennen, und hat das Gefühl, endlich mit jemanden reden zu können.

Dieses Buch ist der Wahnsinn. So viel Gefühl, Zweifel, Traurigkeit, Mut, Sonne, Liebe, Wasser, Echtheit und Falschheit. Es ist schwer in Worte zu fassen, was dieses Buch so besonders macht. Der Schreibstil ist sehr flüssig, eine Liebeserklärung an die Musik. Und die Gedanken. An ungesagte Dinge.
Es ist aber auch ein Buch über Selbstfindung. Über Liebe, Freundschaft und das wahre Leben. Es berührt einen, und widert einen manchmal auch an. Es geht um falsche Freunde, und die Familie. Um wahre Liebe, und was richtig scheint und ist. Ich sage ja, schwer zu beschreiben.
Ich verstehe den Hype um dieses Buch. Und ich muss an The Bloom of Summertime denken.

Herz in Reparatur von A.Fischer

Titel: Herz in Reparatur
Autor: Anna Fischer
eBook

„Es war erstaunlich, wozu mich dieser Kerl brachte, und als ich alle Scheu fallen ließ, spürte ich mich, wie lange nicht.“ (S.100)

Emma Baumgartner sitzt fest. Carl, die Liebe ihres Lebens, hat sie für eine jüngere vor die Tür gesetzt, und in ihrem Job kommt sie auch nicht weiter. Im Gegenteil, ihr Chef will, dass sie sich um den Baseballstar Matt MacKenzie kümmert, und ihn reif für seine eigene Show macht. Doch manchmal braucht es einen Machoarsch, der einem die Augen öffnet.

Ich kann mich so sehr mit Emma identifizieren, dass ich manchmal befürchte eine Kamera zu finden. Zwar habe ich weder einen Carl, noch einen heißen Matt, aber ich kann diese Lust auf Veränderung und den ganzen Prozess, den Emma durchläuft, sehr gut nachvollziehen. Vielleicht gefällt mir gerade deswegen das Buch so gut.
Oder es ist einfach Matt, ein kleiner Hottie, wie er im Buche steht. Aber er überrascht auch, mehr als einmal.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr flüssig, locker und leicht. Das Buch liest sich weg wie nichts.

Die 5.Welle von R.Yancey

Titel: Die 5. Welle
Autor: Rick Yancey
Verlag: Goldmann
Taschenbuch
Trilogie

„Ich kann ihm nicht vertrauen. Ich muss ihm vertrauen. Ich kann ihm nicht glauben. Ich muss ihm glauben. Ist das das letztendliche Ziele der Anderen, die Welle, die alle Wellen beendet: uns unsere Menschlichkeit bist auf die blanken, animalischen Knochen auszuziehen, bis wir nur noch seelenlose Raubtiere sind, die die Drecksarbeit erledigen, so einsam wie Haie mit genauso wenig Mitgefühl?“ (S.378)

Klappentext:
Die erste Welle brachte Dunkelheit. Die zweite Zerstörung. Die dritte ein tödliches Virus. Nach der vierten Welle gibt es nur noch eine Regel fürs Überleben: Traue niemandem! Cassie hat seit der Ankunft der Anderen fast alles verloren: Ihre Freunde und ihre Familie sind tot, ihren kleinen Bruder haben sie mitgenommen. Und dann begegnet sie Evan Walker. Er rettet sie vor dem Tod. Aber kann sie ihm trauen? Sie geht das Risiko ein und findet schon bald heraus, welche Grausamkeit die fünfte Welle für sie bereithält …

Cassie, von Cassiopeia, ist für ihre 16 Jahre beeindruckend stark. Obwohl sie so zielich jeden, der ihr wichtig war, verloren hat, gibt sie nicht auf. Sie hat ihrem Bruder Sammy versprochen, dass sie ihn holen kommt. Und sie ist fest entschlossen, dieses Versprechen zu halten. Auch ein Schuss in ihr Bein und der verfolgende Silencer wird sie nicht aufhalten können. Oder doch?
Wie würde wohl ein Angriff von Außerirdischen aussehen? Cassie zieht viele Vergleiche mit bekannten Filmen und Büchern und stellt dabei fest, dass nicht so läuft wie in diesen. Die Angriffswellen werden durch Cassies Erinnerungen erklärt und beschrieben, was das Ganze noch furchtbarer wirken lässt. Die Vorstellung einer schleichenden Invasion ist so viel schlimmer, wenn man das Ausmaß erst so richtig begreift.
Der Autor führt uns in eine Welt, wie sie schlimmer kaum enden kann. Dieses Buch regt zum Nachdenken an. Aber sehr wahrscheinlich ändert das ja doch nichts. Die Menschheit sucht im All nach intelligentem Leben, weil es auf der Erde keines gibt.

Witch Hunter von V.Boecker

Titel: Witch Hunter (Band 1)
Autor: Virginia Boecker
Verla: dtv
Gebundene Ausgabe
Reihe: Witch Hunter

„Hätte ich bloß dieses Ale nicht getrunken. Oder so viel davon, dass ich jetzt irgendwo bewusstlos in einer Ecke liegen würde statt mich hier vor einem Narren zum Narren zu machen.“ (S.45)

Elisabeth ist Hexenjägerin durch und durch. Doch seit neuestem macht sie Fehler bei der Jagd. Ihr bester Freund Caleb versucht sie zu decken, doch als sie einen Zauberer tötet, gerät alles aus den Fugen, und sie wird selbst als Hexe in den Kerker geworfen. Ausgerechnet der berüchtigtste Reformist und Zauberer befreit sie. Er ahnt nicht, wer sie wirklich ist.

Dieses Buch ist spannend, denn Elisabeth ist eine Hexenjägerin unter Hexen. Doch wie so oft gibt es immer zwei Seiten einer Medaille, das muss auch Elisabeth erkennen. Und auch wenn sie keine wirklich gute Hexenjägerin ist, ist sie sehr stark und intelligent. Und nicht so verbohrt, wie sie anfangs scheint.
Es ist auch ein Buch über Ängste, und dass sie manchmal auch recht unbegründet sind.

Der Schreibstil ist sehr flüssig, man kommt schnell rein und fühlt sich direkt mit Elisabeth wohl. Die Rückblicke auf ihr bisheriges Leben runden das Bild von ihr sehr gut ab.
Und trotzdem hat es mich nicht so umgehauen, dass ich den zweiten Teil auch lesen möchte. Es hat mich einfach nicht so gefesselt, dass ich sie weiterhin begleiten möchte. Also obwohl mir das Buch gut gefallen hat, belasse ich es dabei.

Zähmung von F. de Waard

Titel: Zähmung – Das Vermächtnis der Wölfe (Band 1)
Autor: Farina de Waard
Verlag: Fanowa Verlag
Taschenbuch
Reihe Das Vermächtnis der Wölfe

Sina weiß gar nicht, wie ihr geschieht. Erst wird sie entführt, dann gerettet, um dann ohne Erinnerungen bei Tarek und seinem Großvater Shetan aufzuwachen. Doch obwohl sie sich sehr verloren fühlt, findet sie bei den beiden schnell ein neues Zuhause.
Sina ist ein wirklich sympathischer Charakter. Gerade bei weiblichen Helden denke ich mir oft, wie krass sie eigentlich drauf sind. Auf Anhieb stark, ihre Aufgabe annehmend, bloß keine Schwäche zeigen. Da ist mir Sina gleich menschlicher vorgekommen, denn als sie von ihrem vermeintlichen Schicksal erfährt, gerät sie in Panik. Genau so würde ich vermutlich auch reagieren. Außerdem plagen sie Selbstzweifel, wie jeden „normalen“ Menschen auch. Trotzdem stellt sie sich allen Aufgaben, arbeitet an sich und ihrer Kraft, in jeder Hinsicht, und gibt nicht auf. Das ist fast schon verbissen.
Tarek ist dagegen ihr Gegenpol, oder auch ihr größer Fan. Er lehrt sie nicht nur in Schwertkampf und Bogenschießen, sondern baut sie auch auf, wo er nur kann. Klar gibt es auch kleine Reibereien, aber im Großen und Ganzen ist er für sie da.
Trotz allem lauert die Tyrannin Zayda über ihrem Leben, denn sie trachtet Sina nach eben diesem, und jagt sie durch ganz Tyarul.
Alles in allem ist das Buch zwar ein ganz schöner Wälzer, aber die Welt Tyarul lohnt einfach dort länger zu verweilen. Und Sina, Tarek und deren Freunde werden auch ganz schnell zu den eigenen Freunden. Hier also eine klare Leseempfehlung!

Monatsrückblick: Mai 2017

Welch ein aufregender Monat! Endlich ist der Sommer da. Hier sind auch schon meine gelesenen Bücher:
Schmerzhaft – Solveig
Synthia: Band 1
Erste Liebe, zweite Chance
Die Chroniken der Alaburg
Elesztrah – Feuer und Eis
Elesztrah – Asche und Schnee
Testleserbuch
Diverse Töne Rot;
Der kleine Laden der einsamen Herzen
Archibald Leach und die Monstositäten des Marquis de Mortemarte
Stadt der tanzenden Schatten

Das macht 10 beendete Bücher und 3779 gelesene Seiten. So wenig Seiten hatte ich das ganze Jahr noch nicht 😉
Hier sind meine Neuzugänge:

Auf dem Bild fehlt Plötzlich Banshee. Das macht also 10 Neuzugänge.
Mein SuB sieht so aus:

Auch hier fehlen 4 Bücher, also macht das einen Stapel ungelesener Bücher von 26 Büchern.

Top Charakter: Oh, das ist leicht. Sarah Goldberg aus Archibald Leach
Flop Charakter: Marquis de Mortemarte
Top des Monats: Neues Tattoo

Flop des Monats: Meine Bücher sind erstmal heimatlos 🙁

Stadt der tanzenden Schatten von D.J.Older

Titel: Stadt der tanzenden Schatten
Autor: Daniel José Older
Verlag: Carlsen
Gebundene Ausgabe

„Papa Acevedo hat immer gesagt, die Menschen sehen nur das, was sie erwarten. So ist es.“ (S.70)

Klappentext:
Endlich Sommer. Sierra freut sich auf entspannte Tage mit ihren Freunden und auf ihr erstes großes Kunstprojekt: ein Drachen-Wandbild. Doch als bei einer Party ein Toter auf sie zustolpert, ihr Großvater plötzlich wirres Zeug redet und eins der Porträts an Brooklyns Häuserwänden Tränen weint, ist klar, dass diese Ferien alles andere als entspannt werden. Durch den Sprayer Robbie erfährt Sierra auch warum: Sie gehört zur geheimen Zunft der »Shadowshaper«, d.h. sie kann mit den Geistern ihrer Ahnen Bilder zum Leben erwecken. Aber jemand hat es auf Leute wie sie abgesehen!

Dieses Buch ist der Straßenkunst gewidmet, und den Geschichten der Ahnen. Die Verbindung von beidem bringt die Schattenbildner hervor. Und Sierra ist mitten unter ihnen, zunächst ahnungslos, lässt sie jedoch nicht locker. In Robbie trifft sie jemanden, der ihr einige Fragen beantwortet, die die Erwachsenen ignorieren.
Sierra ist ein sehr beeindruckender Charakter. Wirkt sie anfangs etwas unsicher mit ihrer puerto-ricanischen Herkunft, festigt sie sich im Laufe der Geschichte. Sie liest sogar ihrer Mutter und ihrer Tante die Leviten.
Aber auch Robbie, wirkt er doch eher unscheinbar, entpuppt sich als wahrer Held.

Die Graffiti und Schatten ergeben eine faszinierende und überaus spannende Geschichte. Der Schreibstil ist sehr flüssig, die Charaktere sehr bildlich dargestellt. Ein kleiner Kulturschock, auf eine gute Art. Ich kann das Buch nur empfehlen.

Archibald Leach und die Monstrositäten des Marquis de Mortemarte von M.Cremer

Titel: Archibald Leach und die Monstrositäten des Marquis de Mortemarte
Autor: Markus Cremer
Verlag: Art Skript Phantastik Verlag
Taschenbuch
Erscheinungstermin: 31.05.2017

„Um mein Ziel zu erreichten bin ich unglücklicherweise gezwungen, einige wenige Tiere dem Wohl von Millionen zu opfern. Eine leichte Wahl. Die Waage wird sich am Ende zu meinen Gunsten neigen.“ (S.528)

Ich habe Archibald Leach und Sarah Goldberg in der Anthologie Steampunk1851 kennen gelernt und freue mich daher sehr über dieses Buch. Und auch, dass mein Held Erasmus Emmerich, wenigstens namentlich auftaucht, lässt mein Herz höher schlagen. Da eine Rezension nicht einfach nur aus einem Wort bestehen sollte, und ein Befehlston vielleicht missverstanden wird, versuche ich meine Begeisterung in mehr als ein Wort zu fassen. Aber jetzt mal ehrlich, jeder der Steampunk mag, oder exzentrische Charaktere, oder starke Frauen, Voodoo oder Weltreisen, sollte dieses Buch lesen. SOFORT!

Klappentext:
Jeder exzentrische Held braucht eine starke Frau an seiner Seite … mit geladenem Schusseisen und ohne Skrupel.
Der eigensinnige Archibald Leach und die waffenvernarrte Tüftlerin Sarah Goldberg werden in die Machenschaften des skrupellosen Marquis de Mortemarte hineingezogen. Der Schurke verwendet Okkultismus, Voodookult und Ätherkraft, um die Welt mit seinen Monstrositäten ins Chaos zu stürzen. Mit Hilfe skurriler Verbündeter, dubioser Artefakte und Erfindungsgeist versuchen die Abenteurer den drohenden Krieg zu verhindern. Dabei führt ihr Weg sie über vier Kontinente und die eigenen Grenzen hinaus.

Archibald Leach ist ein sehr exzentrischer Charakter, der nicht nur seine Geheimnisse hat, sondern auch sehr liebenswürdig sein kann. Auf seine ganz eigene Art. Er ist besessen von seinem Unschärfekompass des relativen Bösen, und der Ätherkraft. Dies bringt seine Partnerin Sarah Goldberg ziemlich auf die Palme. Für sie ist das meschugge, sie ist da sehr abgeklärt. Während Archibald Leach ohne großes Zutun jeder Maschine den Tod bringen kann, ist Sarah mechanisch begabt, und tüftelt gerne in ihrer Werkstatt an so einigen Dingen, die das Leben erleichtern.
Die beiden ergänzen sich also perfekt. Und auf der Reise durch die Welt, dem Marquis de Mortemarte auf der Spur, lernen sie sich nicht nur besser kennen, sondern auch mehr zu schätzen. Während Sarah zugeben muss, dass es mehr in der Welt gibt als Maschinen und Menschen, wird Archibald irgendwie umgänglicher. Oder sie versteht ihn einfach nur besser.

Die Kapitel sind mit Vorworten von Sarah Goldberg versehen, die der ganzen Geschichte ihren Charme gibt. Sie bilden auch die Übergänge zwischen den Kapiteln, und man lernt die beiden Protagonisten sehr gut kennen.
Neben diesen beiden gibt es natürlich noch so manche Parteien, die in dem Spiel ebenfalls mitmischen. Während der Marquis an einen meschuggen Bösewicht erinnert, sind die Frauen alle auf ihre ganz eigen Art stark. Ich möchte da nicht vorgreifen, aber so manche hat es mir angetan 😉

Das Setting ist perfekt. Die Reise mit Zeppelinen, die Waffen, alles mit Dampf betrieben, das lässt ein Steampunk-Herz höher schlagen. Aber auch die Magie, Voodoo und der Äther bringen die gewisse Abwechslung, denn eine Welt besteht nicht immer nur aus dem, was man sieht.
Ich habe diesem Buch lange entgegengefiebert und bin absolut begeistert, falls das noch nicht klar war. Und das Ende ist so herrlich! Ich hab so gelacht, ich wurde in der Bahn komisch angeschaut! An einem so heißen Tag, zwischen schwitzenden Menschen gibt es nichts zu lachen! Hier also eine ganz klare Leseempfehlung! 😉

Der kleine Laden der einsamen Herzen von A.Darling

Titel: Der kleine Laden der einsamen Herzen
Autor: Annie Darling
Verlag: Penguin Verlag
Taschenbuch

„Ansonsten waren ihre Empfindungen für Sebastian nicht einmal ansatzweise die, die man für einen Bruder hatte. Kein Mensch schrieb Schmonzetten über einen Mann, der gewissermaßen wie ein Bruder für einen war.“ (S.338)

Als Posy den Londoner Buchladen Bookends mit der Aufgabe übernimmt, ihn wieder zum Laufen zu bringen, überkommt sie Panik. Nackte Panik. So viel Verantwortung, nicht nur für sich selbst und ihren jüngeren Bruder Sam, sondern auch für den Laden und die Belegschaft. Und dann taucht auch noch Sebastian auf, der Enkel der verstorbenen Vorbesitzerin, und der unverschämteste Mann ganz Londons. Und er hält sie auf Trab. Doch trotz der Streitereien mit ihm, schreibt sie ihren Frust in einen Liebesroman nieder. Und irgendwie hilft ihr Sebastian ja auch…

Dieses Buch lässt Buchliebhaber vor Verzückung seufzen, Liebesromanleser vor Glück beben, und Buchhändler bei dem Chaos die Hände über den Kopf zusammenschlagen. Es ist ein Buch voller Liebe, vor allem zu Büchern, mit viel Witz und einem ganz charmanten Wüstling, der nicht nur Posys Herz stiehlt.
Der Schreibstil ist sehr flüssig, man lernt Posy sofort lieben, und Sebastian ein wenig zu schätzen. Es gibt Höhen und Tiefen, und ein wirklich witziges Happy End(s). Hier also eine ganz klare Leseempfehlung für alle, die ein wenig auf Liebesromanklischees stehen, auf Happy End, charmante Wüstlinge, und einer tollpatschigen, aber liebenswürdigen Heldin.

Diverse Töne Rot; Borderline – und nach außen alles normal! von S.Regen

Titel: Diverse Töne Rot; Borderline – und nach außen alles normal!
Autor: Sanny Regen
Verlag: Starks-Sture Verlag

Taschenbuch

„Dass viele (nicht alle) Borderliner sich verletzen, ist das erste, was Nicht-Borderliner erfahren. Danach möchten die wenigsten Weiteres über diese Krankheit wissen. Dass es in erster Linie eine Emotionsregulationsstörung ist, die es mir oftmals unmöglich macht, angemessen zu reagieren oder meine Gefühle zu erkennen und entsprechend zu handeln, kann man schon als Fachwissen bezeichnen.“ (S.43)

Dieses Buch ist sehr verwirrend. Ich denke aber, dass das mit Absicht ist. Sanny Regen erzählt ihre Geschichte auf zwei Arten. Einmal ihr aktuelles Leben, mit ihrem Verlobten Stefano und ihren drei Hunden, und den Alltagsproblemen und ihre Gefühlen, und wie sie das alles bewältigt. Gleichzeitig erzählt sie aber auch, kursiv gedruckt, aus ihrer Vergangenheit, und wie sie zu dem Mensch geworden ist, der sie heute ist.
Was daran so verwirrend ist? Die ganze Person Sanny. Es ist kein Buch voller Gejammer wie böse alle Menschen sind, oder wie schlecht sie sich fühlt. Es ist die Erzählung ihres Lebens, mit allen Facetten. Und das macht es so besonders, denn die Facetten sind nicht schön. Aber auch nicht immer schlimm. Und ich habe sehr viel Respekt, nicht nur vor dem Mut der Frau alles zu erzählen, sondern auch vor ihrer Geschichte.
Sanny Regen öffnet die Augen der Menschen, die Borderline als „Macke“ ansehen, oder nicht als „richtige Krankheit“. Sie öffnet aber auch allen unwissenden den Geist für mehr Verständnis.
Sannys Geschichte ist aber auch für sie selbst wichtig, denn diesem Buch vertraut sie Geschichten an, die nicht mal ihre Therapeuten kennen. So hat sie die Möglichkeit diese zu verarbeiten, ohne sich dafür rechtfertigen zu müssen, oder bewertet, oder sogar abgewertet zu werden. Wird es am Ende gut? Das weiß ich nicht. Ist ein Leben jemals wirklich nur gut? Die Autorin zeigt auf jeden Fall, dass ein Leben nicht nur schwarz und weiß, oder Graustufen hat, sondern eben auch Diverse Töne Rot;

Elesztrah – Asche und Schnee von F.Bechert

Titel: Elesztrah – Asche und Schnee (Band 2)
Autor: Fanny Bechert
Verlag: Sternensand
Taschenbuch
Reihe

Achtung Spoiler!

Klappentext:
Während sich die Bewohner Elesztrahs in Frieden wähnen, bleibt die Beziehung zwischen Lysanna und Aerthas angespannt. Die Pläne des Elfenkriegers stehen wie eine Mauer zwischen ihnen und gleichgültig, wie sehr sie sich bemühen – eine gemeinsame Zukunft scheint unmöglich zu sein.
Lysanna sieht schließlich nur noch einen Ausweg: Sie will ihr Schicksal selbst bestimmen, auch wenn sie sich dem Hüter der Zeit entgegenstellen muss.
Doch in den Lauf der Dinge einzugreifen, ist nicht so leicht, wie es sich die Jägerin vorstellt. Denn die Schicksalsweberin lässt sich die Fäden nur ungern aus der Hand nehmen. Zudem bahnt sich in Elesztrah eine weitere Bedrohung an, die nicht nur Aerthas’ Leben in Gefahr bringt …

Dieses Buch schließt direkt an Band 1 Feuer und Eis an. Nachdem Lysanna mit ansehen musste, wie Aerthas von der Prinzessin geküsst wurde, ist sie auf der Flucht, und findet sich am Ende zu Hause wieder, bei dem Clan der Angelus Mortis. Doch ihrem Ruf als Feuervogel kann sie nicht entrinnen, und ihrer Liebe zu Aerthas auch nicht.
Ich finde es immer schwer, Bücher einer Reihe einzeln zu rezensieren. Wer das erste Buch gelesen hat, wird wohl kaum sich dagegen entscheiden, die Reihe weiter zu lesen. Und denjenigen, die überlegen, die Bücher anzufangen, kann ich nur eins sagen: Tut es!
Lysanna, aber auch ihre Tochter Fayori, sind mir sehr ans Herz gewachsen. Und dass ich so schnell am Ende angekommen bin, macht es mir nicht leichter Abschied zu nehmen. Aber ich hoffe auf einen baldigen dritten Teil! 😉

Elesztrah – Feuer und Eis von F.Bechert

Titel: Elesztrah – Feuer und Eis (Band 1)
Autor: Fanny Bechert
Verlag: Sternensand Verlag
Taschenbuch
Reihe

>>„Warum tust du mir so unglaublich gut?“, murmelte er und hielt sie fest an sich gedrückt.<< (S.139)

Klappentext:
Eine verbannte Jägerin auf der Suche nach ihrem Gefährten …
Ein Krieger aus den Reihen der königlichen Garde …
Eine Macht, die beide untrennbar miteinander verbindet…
Als die Elfe Lysanna herausfindet, dass ihr Gefährte von dem gefürchteten Flammenden Lord gefangen gehalten wird, verspürt sie nur einen Wunsch: ihn zu befreien. Dabei zählt sie auf die Hilfe ihres Clans ›Angelus Mortis‹.
Mitten in den Vorbereitungen auf den bevorstehenden Kampf taucht jedoch der Elfenkrieger Aerthas in ihrem Dorf auf, mit dem sich Lysanna auf unerklärliche Weise verbunden fühlt. Liegt es daran, dass sie beide geheimnisvolle Kräfte in sich tragen, die sie gemeinsam lernen müssen, zu beherrschen? Denn ihre vereinte Macht könnte die einzige Möglichkeit sein, den Flammenden Lord endgültig zu vernichten.
Doch selbst wenn ihnen das gelingen sollte, steht die wachsende Zuneigung, die zwischen Aerthas und Lysanna entsteht, unter einem ungünstigen Stern.

Dieses Buch ist einfach fantastisch. Es hat mich sofort gefesselt und nicht mehr losgelassen.
Lysanna ist ein aufregender Charakter. Sie ist mutig und stark, eine beeindruckende Jägerin, und trotzdem liebevoll und mitfühlend.
Aerthas ist ein loyaler Elfenkrieger, der aber nicht nur dumm Befehle ausführt, sondern auch ein wenig seinem Herzen folgt. Und das Pendant zu Lysanna.
Zusammen befinden sie sich im Gleichgewicht, und danach streben sie auch auf dem Kontinent Al‘Arizon.
Das drum herum, um diese beiden, also die Politik des Clans, auf dem Kontinent, und unter den Essenzen, die das Leben ausmachen, sorgt für die nötige Spannung.
Der Schreibstil ist sehr leicht, locker fluffig bin ich eingetaucht und musste leider feststellen, dass ich das Buch schon zu Ende gelesen habe. So geht das manchmal. Und ich bin sehr froh, dass ich auf die Autorin gehört habe und den zweiten Band sogleich anfangen kann. Nicht, dass es da einen fiesen Cliffhanger gibt, aber neugierig bin ich trotzdem.

Erste Liebe, zweite Chance von M.Cabot

Titel: Erste Liebe, zweite Chance
Autor: Meg Cabot
Verlag: mtb
Taschenbuch

„Und wenn er wieder verschwindet […], nimmt er mein Herz mit sich, genauso, wie er das schon einmal getan hat.“ (S.357)

Becky Flowers hat alles, was sie sich wünschen kann: Ihre Umzugsfirma für Senioren, die sie von ihrem verstorbenen Vater übernommen hat, läuft sehr gut, und ihr Freund Graham ist einfach perfekt. Bis eines Abends die Eltern ihres Exfreundes festgenommen werden, und besagter Exfreund zurück nach Bloomville kommt, nach über 10 Jahren des Schweigens.

Dieses Buch erinnert auf den ersten Blick an Love, Rosie, weil es ebenfalls im Briefe/eMaill/SMS-Stil geschrieben ist. Es gibt also keinen direkten Erzähler, sondern nur schriftliche Belege für die Vorkommnisse in Bloomville, also eMails der Protagonisten und ihrer Angehöriger, SMS, Facebook-Termine und Zeitungsausschnitte. Das ist nicht so störend oder lästig, wie es sich zunächst anhört, sondern lässt Platz für Vermutungen, was ich sehr schön finde.
So lernt man durch die Chats mit anderen Leuten die Protagonisten Becky und Reed kennen, aber auch ihre Familien und Freunde. Dabei steht nicht im Vordergrund, was mit Becky und Reed passiert, sondern das Drame um seine Eltern.
Alles in allem ein sehr schönes Buch, leicht zu lesen, schöne Unterhaltung, und man fliegt durch die Schreibweise einfach nur so durch. Und dann geht alles ganz schnell, und man wundert sich wie schnell das Buch zu Ende ist.