Die Jäger der Nacht von A.Fukuda

20150530_132311Titel: Die Jäger der Nacht
Autor: Andrew Fukuda
Verlag: Ravensburger
Gebundene Ausgabe
Trilogie, der dritte Teil wird aber nicht ins Deutsche übersetzt

„Wenn die Rollen umgekehrt und die Leute ausgestorben wären, würden die Theorien über sie wahrscheinlich auch vor Übertreibungen und Verzerrungen strotzen: Statt in Schlafhaltern würden sie in Särgen schlafen; als Wesen der Nacht wären sie so unsichtbar, dass sie kein Spiegelbild hätten; […] sie sähen ausnahmslos unglaublich gut aus, mit makellosem Haar.“ (S.126-127)

Was macht man in einer Welt, in der man als ausgestorben gilt? Man passt sich an und hofft, unter dem Radar durchzugehen. So gibt es viele Regeln, um unter den Leuten nicht aufzufallen. Keine Körperbehaarung, falschen Fangzähne, tägliches Desinfizieren um den Körpergeruch loszuwerden, und bloß nicht auffallen.
Als dann eine Heprajagd ansteht, und die Jäger durch eine Lotterie bestimmt werden, droht alles aufzufliegen. Wie soll man ohne jegliche Hilfsmittel, die man zu Hause hat, unter den Leuten nicht auffallen? Spätestens nach drei Tagen gibt es einige Dinge, die sich nicht verschleiern lassen: die ersten Bartstoppeln, der Durst nach Wasser, der Geruch. Es wird alles auffliegen!

Dieses Buch ist sehr interessant. Zuerst einmal die Erzählweise. Es wird aus der Ich-Perspektive erzählt. Wir sind männlich, und offensichtlich anders als die anderen. Unsere Verhaltensweise sind aber sehr angepasst, denn wir wollen nicht auffallen. Namen gibt es nicht, nur Kennungen, die je nach Sitzplatz im Unterricht variieren. So werden die auffälligeren Leute mit persönlichen Kennungen benannt, um sie zu unterscheiden. Das finde ich sehr witzig. Auch die Regeln werden immer wiederholt, und die Verhaltensweisen der Leute sehr detailliert beschrieben. Also ich fühle mich dem Protagonisten sehr nah, fange fast schon an statt zu Kichern mir das Handgelenk zu kratzen.
Die Heprajagd mit 5 Tagen Training davor erinnert ein wenig an Die Tribute von Panem, mit dem Problem, dass wir auf uns allein gestellt sind, und irgendwann einfach diesen typischen Heprageruch verströmen. Wenn wir nicht bald eine Lösung finden, sind wir schon vor dem Beginn der Heprajagd tot. Und dabei konnten wir doch so lange überleben, und nicht auffallen.

Wie verhält man sich, wenn man das Futter unter den Raubtieren ist und nicht auffallen will? Dieses Buch beschreibt es sehr gut und ist sehr spannend. Manche Stellen sind auch sehr witzig. Die Schreibweise ist sehr angenehm, man steckt sofort in der Story drin und kann gar nicht mehr weg. Werden wir die Heprajagd überleben? Oder am Ende sogar selbst gejagt werden?

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