Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge von M.Corradini

Titel: Im Ghetto gibt es keine Schmetterlinge
Autor: Matteo Corradini
Verlag: cbj
Taschenbuch

„Die Sonne weiß von alldem nichts, sie sieht uns nicht, wenn wir die Zeitung schreiben und unser Leben riskieren, um ein Bild fertig auszumalen. Ich hätte nie gedacht, dass ich mal sauer auf die Sonne sein und die Morgendämmerung nicht mehr genießen könnte, dieses prachtvolle Schauspiel, für das man keine Eintrittskarte braucht. […] Ich hätte nie gedacht, dass ich die Sonne einmal hassen würde.“ (S.85)

Theresienstadt ist ein Ghetto für Juden, welches auch als Vorzeigeghetto benutzt wurde, um dem Roten Kreuz zu beweisen, dass die Nazis die Juden gut behandeln. In diesem Ghetto leben Kinder aus Prag, die die Zeitung Vedem gegründet haben. Jeden Freitag treffen sie sich nachts und schreiben eine neue Ausgabe. Sie riskieren ihre Leben dafür. Am Ende sind nur noch diese Zeitungen Zeuge, dass sie überhaupt gelebt haben.
Die Jungs schreiben über alles, was ihnen im Ghetto auffällt. Neuigkeiten, Termine, aber auch Ungerechtigkeiten, Tote, oder Plätze und Menschen, die neu sind, oder einfach bisher unentdeckt. Sie erhalten aber auch Gedichte, Geschichten und Bilder von anderen Kindern, die sie in ihren Zeitungen mit veröffentlichen.
Alles in allem ist dies ein Roman über die Kinder in Theresienstadt und wie sie versuchen zu überleben und am Ende scheitern. Es ist ein Buch über Kinder, die ihre Leben riskieren, um etwas Gutes ins Ghetto zu bringen, aber auch um die Wahrheit deutlich hervorzuheben. Es ist aber auch ein Zeitzeugenbericht über Theresienstadt, mit Kinderaugen, denn sie sehen meist mehr als die Erwachsenen.

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