Interview mit A.-K.Karschnick zu Eiskalter Atem von A.Harvey

Ann-Kathrin Karschnick ist nicht nur Autorin von Sternenpfad und der Phoenix-Trilogie, sondern hat auch Eiskalter Atem und Flüstern der Toten von Alyxandra Harvey übersetzt. Ich durfte zu Eiskalter Atem ein Interview mit ihr führen.

Liebe Ann-Kahtrin Karschnick,
Du hast nicht nur erfolgreich selbst Bücher veröffentlicht, Du hast auch Eiskalter Atem von Alyxandra Harvey ins Deutsche übersetzt. Wie war es für Dich in die Londoner Gesellschaft des 19. Jahrhunderts einzutauchen? Hast Du die „gehobene“ Sprache recherchiert, oder war das alles aus dem Englisch ganz leicht?

Der Text von Alyxandra war ja von vornherein nicht vollständig in gehobener Sprache verfasst, sondern fast schon modern. Dementsprechend fiel es mir nicht schwer den Text zu übersetzen. Schwierig wurden nur die Momente, in denen Penelope mal wieder Shakespeare zitiert. Dabei bin ich jedes Mal fast wahnsinnig geworden. Ich übersetze meistens in der Bahn, wo ich kein Internet habe, so dass ich dann meist diese englischen Textpassagen erst einmal übernommen habe, um sie dann später am Rechner zu übersetzen. Gar nicht so einfach, wenn man selbst sehr wenig Shakespeare gelesen hat. 😉
Das Abtauchen in die Londoner Gesellschaft fand ich hingegen äußerst interessant. Dass es früher wirklich Kinder und Jugendliche gegeben hat, die auf den Dächern gelebt haben, wusste ich bis dato nicht und habe so auch noch einiges gelernt.

Wie bist Du von dem Englischen Titel A Breath of Frost auf den Deutschen Titel Eiskalter Atem gekommen?

Frostatem war mein erster Gedanke, aber das war mir zu plump. Ein Hauch von Frost klang für mich zu sehr nach Liebesschnulze und im gemeinsamen Brainstorming mit dem Verlag kamen wir dann auf Eiskalter Atem. Es beschreibt die Situationen sehr gut. Und man hält ständig den Atem an bei der temporeichen Handlung.

Auf welche Schwierigkeiten bist Du bei der Übersetzung zu Eiskalter Atem gestoßen?

Wie oben schon beschrieben waren die Textpassagen von Shakespeare nicht so leicht. Und ich musste mir erstmals ein Offline-Wörterbuch auf meinem Netbook installieren, weil manchmal doch einige Worte dabei waren, die mir so noch nie untergekommen waren.

Wie haben Dir die Figuren aus dem Buch gefallen? Hast Du einen Liebling? Wenn ja, wieso?

Ich persönlich mag Moira sehr gerne. Sie hat eine Kotterschnauze, wie man bei uns im Norden gerne sagt und weiß, was sie will. Wenn man ihre Freundin ist, dann ist sie treu und fürsorglich. Zum Feind möchte ich sie jedenfalls nicht haben.
Insgesamt haben mir die Figuren sehr gut gefallen. Sie hatten alle ihren eigenen Kopf und stehen für ihre Sachen ein.

War es schwer für Dich, beim Übersetzen in dieser Welt zu bleiben, und keine eigene Geschichte daraus zu machen? Kannst Du die Übersetzerin von der Autorin in Dir trennen?

Das ist inzwischen kein Problem mehr. Die Übersetzungen sind für mich wie Auftragsarbeiten. Ich erledige sie mit eingeschaltetem Hirn, aber das Herz bleibt aus. Klar denkt man immer mal wieder an die Figuren und fragt sich, was sie wohl in der und der Situation gemacht hätten, aber mittlerweile kann ich es gut trennen.

Was machst Du lieber, übersetzen oder selber schreiben? Und warum?

Eigentlich beides sehr gerne. Durchs Übersetzen komme ich immer mal wieder zum Lesen von Kollegen und beim Schreiben kann ich dann meine kreativen Gedanken loswerden. Einen wirklichen Favoriten habe ich dabei nicht.

Warst Du erst als Übersetzerin, oder erst als Autorin aktiv?

Definitiv erst als Autorin. Als Übersetzerin arbeite ich erst seit etwa 3 Jahren.

Wieso hast Du Dich für das Übersetzen entschieden?

Es gab in Berlin eine Agentur, die Übersetzer suchte und ich dachte, ich bewerbe mich mal. Als ich dann meinem jetzigen Verleger erzählte, dass ich auch übersetzte, erzählte er, dass er gerade eine Lizenz eingekauft hätte. Und so kam es, dass ich auch Übersetzerin beim Papierverzierer Verlag wurde.

Was war Deine erste Übersetzung? Würdest Du diese Übersetzung heute anders machen?

Meine erste Übersetzung war „A Christmas Gift“ von Jennifer Ashley. An der Übersetzung würde ich heute nicht mehr viel verändern, nur habe ich mich inzwischen lieber auf phantastische Literatur ausgerichtet. Liebesromane im Schottland des 18. Jahrhunderts ist dann doch nicht so sehr meins.

Welches Buch würdest Du gerne mal übersetzen?

Oh, das ist eine gute Frage. Ich denke, von Mary. H.Herbert Die letzte Zauberin. Das gibt es natürlich schon im Deutschen, aber dieses Buch hat mich damals zum Schreiben von Phantastischer Literatur gebracht und hat mich maßgeblich beeinflusst.

Vielen Dank für das Beantworten meiner Fragen, ich hoffe Du hattest genauso viel Spaß wie ich. Bei unseren nächsten Interview, was dann hoffentlich in real stattfindet, serviere ich dir auch die versprochenen Fischstäbchen mit Vanillesoße.

*lach* Ich nehme dich beim Wort. Oder falls es sich nicht so lange warm halten lässt, machst es so, wie bei Doctor Who: Du entfernst beim Bounty die Schokolade und ummantelst das dann, um es in Vanillesoße einzutauchen.

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