Mauern aus Angst: Warum ich einen Neuanfang brauchte

Manchmal im Leben kommt man an einen Punkt, wo man einen Neuanfang braucht. Da gibt es diesen einen Menschen, der dich zum Nachdenken bringt. Über dein Leben. Über dich. Was dich eigentlich glücklich macht.

„Denn was du erreicht hast, ist, so zu sein, wie du als Kind nie werden wolltest“ (Die Ärzte – Allein)

Und wenn man diese Gedanken nicht zum ersten Mal hat, dann wird es vielleicht endlich Zeit etwas zu ändern. Das habe ich getan. Ich habe meine Prioritäten im Leben überdacht und festgestellt, dass ich bei mir nicht an erster Stelle stehe.

„Wenn es nach mir ginge …“ „Warum geht es nicht nach dir?“ (Gespräch auf Arbeit)

Warum eigentlich nicht? Wer bestimmt denn mein Leben, wenn nicht ich? Deswegen habe ich mich entschieden mein Leben wieder in die Hand zu nehmen. Ich habe keine Kraft mehr für meine Beziehung zu kämpfen und habe beschlossen, sie zu beenden. Ist es mir leicht gefallen? Nein. Aber irgendwie schon. Bin ich deswegen ein schlechter Mensch? Manchmal habe ich das Gefühl. Aber dafür geht es mir einfach viel zu gut.

Ich stehe also vor diesem Trümmerhaufen, der sich mein Leben nennt. Und was soll ich sagen? Ich fühle mich unendlich geliebt. Ich entdecke Freundschaften wieder, die ich verloren glaubte. Ich verstehe mich mit meiner Familie wie schon sehr lange nicht mehr. Ich höre nicht mehr „So kenn‘ ich dich gar nicht“ und ich lerne mich mit jedem Tag besser kennen und lieben. Ich mag mich wie ich bin. Ich entdecke ganz neue Seiten an mir und entdecke längst verschollene Seiten an mir wieder.

Das klingt, als würde ich meiner Beziehung die Schuld geben. Ich war nicht unglücklich, ich wurde nicht misshandelt, weder körperlich noch seelisch. Ich wurde auf Händen getragen. Mein (Ex)Mann hat alles für mich getan und hätte alles weiterhin für mich getan. Doch auch ein goldener Käfig ist ein Käfig und ich habe mich einfach verloren. Das waren schöne 9 Jahre, schöne 4 Jahre Ehe. Doch ich trauere ihnen auch nicht nach. Er wird immer ein Teil meines Lebens sein, doch jetzt heißt es für mich nach vorne schauen.

Warum ich euch das alles erzähle? Ich ziehe dieses Wochenende um. Meine erste eigene Wohnung. Der Umzug ist recht chaotisch. Die Wohnung wird erst mal ziemlich leer sein, denn ich habe keine Möbel. Aber ich werde sie Stück für Stück einrichten, meine kleine Oase schaffen. Es wird grandios, geradezu fantastisch. Und total chaotisch. Genau so, wie ich das mag. Ein bisschen spontan. Denn die spontanen Ideen entpuppen sich meist als die besten.

Danke, dass ihr für mich da seid! Allen voran Snear. Wild und Frei. Kreis und Herz.

„Hinter Mauern aus Angst, einer Festung aus Wut
Sperr ich mich ein, versteck mich gut
Hab mich dir gestellt, dafür sitz ich jetzt ein
Hinter Mauern aus Angst mit mir allein

Diese Mauern aus Angst, ich reiße sie ein
Trage sie ab, schlage sie klein
Keine Mauern aus Angst rauben mir meinen Mut
Die Angst ist besiegt, denn das Ende wird gut“
(Saltatio Mortis – Mauern aus Angst)

Krentzman, mein Retter in der Not. Liebe!
Ronja, Laura, Sarah, Corinna, Morti: Ihr seid die besten!
Mellie und Stephie, vielen Dank für einen wundervollen Trabbiabend in Frohnau.
Yasemin, danke für dein Lachen.
Larissa, danke für dein offenes Ohr. Immer.
Lukas, danke für dein strahlendes Selbst. Manchmal wäre ich gern mehr wie du.
Felixe. Danke für wieder da sein.
Mattes und Maureen. Mama und Papa. Meine Familie. Danke.

„Das ist meine Familie
Das ist mein Haus
Die Wände sind schief
Die Kinder verlaust
Das alles gehört zu mir
Das Dach steht in Flammen und der Keller ist feucht
Ich liebe jeden Einzelnen
Der meinen Stammbaum verseucht“
(Broilers – Meine Familie)

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One Response to Mauern aus Angst: Warum ich einen Neuanfang brauchte

  1. Morticia sagt:

    Geh deinen weg mit erhobenen Haupt,
    geh deinen weg und sei fürs einreden taub.
    Laufe den weg der vor dir lieg,
    denn nur DU bist deines Glückes Schmied!
    by Morti

    Egal was kommt,wir sind an deiner Seite❤

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