Zornröschen von L.Jansen

20150915_164434Titel: Zornröschen
Autor: Liv Jansen
Verlag: mtb, BloggDeinBuch
Taschenbuch

Gerti, Charlotte und Anne sind drei Frauen, die kaum unterschiedlicher sein können. Sie kommen aus verschiedenen Verhältnissen, sind 72, 52 und 31 Jahre alt, haben in verschiedenen Gegenden Hamburgs gewohnt und unterschiedliche Arbeitsstellen gehabt. Und doch haben sie eine Menge gemeinsam: Sie leben alle in Hamburg „auf Platte, also auf der Straße, und auch wenn sie ganz genau wissen, wie es dazu gekommen ist, sind sie nicht Schuld daran bzw. wurden zu Unrecht für Dinge belangt, die sie nicht getan haben. Durch einen Zufallen treffen sie im Agathenhaus aufeinander und beschließen ihr Leben nun selbst in die Hand zu nehmen.

Zuerst einmal muss ich erwähnen, dass mich das Cover, auch wenn es rosa ist, fasziniert hat. Der Titel prangt darauf in großen pinken Buchstaben, umgeben von schwarzen Dornenranken. Bei rosa und pink muss ich ja irgendwie an Umbridge aus Harry Potter denken, die Verkörperung des Bösen. Nun, in diesem Roman geht es nicht ganz darum.
Dieses Buch beginnt mit Anne, Charlotte und Gerti in ihren jeweiligen Situationen. Der Leser muss sofort in den bitteren Apfel beißen, denn das Leben „auf Platte“ ist kein Zuckerschlecken. Schon gar nicht, wenn man mal alles hatte. Das wird schnell klar, als die drei Frauen sich kennen lernen und ihre Lebensgeschichten erzählen. Wenn man nichts besitzt außer der Kleidung am Leib und seiner Geschichte, hat man nicht viel zu teilen.
Der Wendepunkt der Geschichte befindet sich im Agathenhaus. Dort schmieden Gerti, Anne und Charlotte nicht nur Pläne, sie lernen auch für sie wichtige Menschen kennen. Die Pläne der drei sind witzig, leicht wahnsinnig, risikoreich, gut durchdacht, manchmal weniger gut durchdacht und auch etwas mörderisch. Es wird also nicht langweilig.
Auch der Schreibstil ist leicht zu lesen, leicht zu verstehen und hilft dem Leser sich in die Personen hinein zu versetzen.
Die Personen sind charakterlich gut beschrieben und so unterschiedlich wie ihr Alter, aber allesamt sehr liebenswert.
Man lernt also nicht nur, wie es ist alles zu haben und alles wieder zu verlieren, man lernt auch, dass die Steuerfahndung bestechlich ist, männliche Künstler geldgeil, Emporkömmlinge nicht genug kriegen, und Familie nicht immer blutsverwandt ist. Das Allerwichtigste ist aber, was man braucht um von der Straße wegzukommen, dass man trotz allem an die seinigen denkt, die einem in der Not beigestanden und geholfen haben. Und manchmal, ganz unverhofft, wendet sich alles zum Besseren. Eine sehr berührende Geschichte.

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